Anfänglicher effektiver Jahreszins, Effektivzins, PAngV

Mit dem effektiven Jahreszins wird in der Baufinanzierung der Preis eines Kredites gemäß §6 Preisangabenverordnung (PAngV) angegeben. Und zwar in Form eines Jahres-Prozentwertes. Der effektive Jahreszins dient von vielen Preisbestandteilen am ehesten dazu, das günstigste Angebot für Baufinanzierungen herauszufinden. Das liegt vor allem daran, dass der effektive Jahreszins auf Basis gesetzlicher Vorgaben zu ermitteln ist. Ziel ist es, (fast) alle Kosten des Darlehens einer Baufinanzierung mit einfließen zu lassen und dem Kunden so eine Vergleichsmöglichkeit verschiedener Angebote für Baufinanzierungen vergleichen zu können.

Was beinhaltet die Preisangabenverordnung (=PAngV)?

Einfach ausgedrückt wurde mit der PAngV in 2010 eine einheitliche Berechnungsmethode u.a für den anfänglich effektiven Jahreszins geschaffen. Folgende Preisbestandteile für eine Baufinanzierung müssen bei der Berechnung des effektiven Jahreszinses berücksichtigt werden: Sollzinssatz, Sollzinsbindung, Disagio, Tilgungssatz, Zeitpunkt der Verrechnung von Zins- und Tilgungsleistungen, Bearbeitungsgebühren und Vermittlungsgebühren.

Welche Neuerungen brachte die Wohnimmobilienkreditrichtlinie mit sich?

Darlehensgeber wurden angehalten, dass auch zusätzlich anfallende Kosten bei einem Immobilienerwerb, z.B. Kosten zur Eintragung einer Grundschuld, mit einfließen sollten. Zudem wurde deutlich gemacht, dass für die Berechnung des effektiven Jahreszinses der Gesamtlaufzeit mit dem Sollzins der ersten Sollzinsperiode gerechnet werden kann.

Weshalb "anfänglich"?

Bei Baufinanzierungen stehen die Konditionen nur selten für die gesamte Laufzeit des Darlehens (außer bei Volltilgerdarlehen) fest. Es wird daher von "anfänglich" gesprochen, weil sich der Effektivzins nur auf die erste = anfängliche Zinsfestschreibungsperiode bezieht.

Welche Kostenbestandteile von Baufinanzierungen werden im Effektivzins nicht berücksichtigt?

Mögliche Bereitstellungszinsen werden nicht berücksichtigt.